Chronik

Chronik der Borgentreicher Fahnenschwenker !

 

Der große Festumzug zum 475-jährigen Bestehen der Borgentreicher St. Sebastian Schützenbruderschaft hielt neben vielen Gästen auch noch eine Neuigkeit bereit. Zum ersten Mal traten dort Fahnenschwenker auf. Dieses Jubelfest war sozusagen die Geburtsstunde der Borgentreicher Fahnenschwenker. Im Vorfeld des Festes hatten einige Schützenbrüder aus der Schießabteilung in einem Kurs das Fahnenschwenken erlernt. Unter Federführung von Arnold Kröhn wurde das Brauchtum weiter ausgebaut und in Borgentreich etabliert. Allerdings fanden sich in der Anfangszeit nur wenige Schwenker. Der Sport wurde quasi nebenbei an Schießabenden angeboten. Training fand nur sporadisch statt, um beispielsweise als besonderes Bonbon beim Schützenfest aufzutreten.

Von 1982-1996 war Günter Rehrmann Jungschützenmeister, gleichzeitig oblag ihm die Leitung der Fahnenschwenkerabteilung. Trotzdem nahmen die Borgentreicher schon 1986 am Diözesanjungschützentag (DJT) in Menden teil. Rüdiger Kröhn, Petra Müller, Verona Fögen, Günter Rehrmann, Rolf Hillebrand, Elisabeth Fögen und Wolfgang Müller betrieben diesen neuen Sport schon auf Wettkampfebene. Der erste Auftritt bei einer Landesmeisterschaft fand 1987 in Stukenbrock statt. Hier konnte bereits Nicole Wieners den ersten Landesmeistertitel erschwenken. Auftritte bei den Deutschen Meisterschaften in Lüdenscheid 1988 und 1990 in Wewer sowie beim DJT 1989 in Herzebrock-Clarholz folgten. So erhielt sich zunächst eine zehn bis 15 Mitglieder starke Gruppe, die aber bis Mitte der 90er Jahre auf nur etwa eine Hand voll Fahnenschwenker schrumpfte. Es fehlte an Nachwuchs.

Aber bereits 1995 konnte ein wahrhaftiger Boom verzeichnet werden. Es galt plötzlich für den Harten Kern der Borgentreicher Fahnenschwenker 26 Anfänger im Alter von sieben bis zwölf Jahren auszubilden und ein regelmäßiges Training, verteilt auf zwei Tage die Woche, zu organisieren. Ein Leitungsteam aus sechs Personen wurde gebildet: Ihm gehörten Rüdiger Kröhn und Petra Rosenkranz als Obleute an. Matthias Wegener, Franz-Josef Evers, Olaf Hamel und Kirstin Bogedain unterstützten die beiden und erhielten für ihr Engagement 1997 das bronzene Fahnenschwenkerabzeichen. Später fühlte sich auch Markus Rosenkranz für die Jugendarbeit verantwortlich. Er vertritt seit 1999 die Interessen der Borgentreicher als Bezirksfahnenschwenkermeister. Dass es in Borgentreich mit den Fahnenschwenkern wieder aufwärts ging ist sicherlich ein Verdienst von Rüdiger Kröhn und Petra Rosenkranz, die 1998 und 2000 für 20-jährige Brauchtumspflege mit dem goldenen und damit höchsten Fahnenschwenkerorden ausgezeichnet wurden.

Um Wettbewerbe zu organisieren, Kontakte zu anderen Gruppen zu schaffen und das Fahnenschwenken als Sport und im Schützenwesen zu festigen, waren Rüdiger Kröhn und Markus Rosenkranz, erst als Vertreter, und dann bis 2003 als Diözesanfahnenschwenkermeister aktiv. Die vielen Trainingsstunden sollten nicht umsonst gewesen sein. Titel wie Bundesmeister, Deutscher Vizemeister und im vorletzten Jahr der Deutsche Meistertitel für Elisabeth Conze, konnten für Borgentreich gewonnen werden. Auch im Umfeld wurden die Schwenker durch die Teilnahme an Festumzügen und Synchronvorführungen bekannt. 1999 richteten sie die Landesmeisterschaft im Fahnenschwenken aus.

Im Jahr 2002 feierten die Fahnenschwenker ihr 25-jähriges Bestehen.

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